Oticon Siya 150Autofahrer müssen nicht nur gut sehen, sondern auch hören. Ein Martinshorn von hinten bedeutet: Eine Rettungsgasse muss gebildet werden! Dennoch gibt es immer wieder „Schlafmützen“, die viel zu spät reagieren. Haben diese etwa nichts gehört? Wir testen nun, nach dem eher einfachen, aber gutem Hörgerät Oticon Get, eine Leistungsstufe höher: das Oticon Siya.

 

Klein und fein mit Lautsprecher im Ohr

Wie erwähnt, ist der dünnen Schlauch vom Oticon Get auch ziemlich diskret, nahezu „unsichtbar“. Aber logisch: um eine gute Klangqualität sicher zu stellen, ist es natürlich immer sinnvoll, einen Minilautsprecher direkt vor dem Trommelfell, also im Ohr, zu platzieren.

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IMG 0804 Siya h 250Siya ist deutlich kleiner als das Oticon Get

Das Oticon Siya ist deutlich kleiner als das Oticon Get. Anstelle der Batterie Typ 13 wird jetzt 312 benutzt. Typ 13 ist größer und hält daher länger (etwa 260 Stunden) - aber auch beim Typ 312 konnten wir eine Laufzeit von etwa sechs Tagen notieren (etwa 15 oder 16 Stunden/Tag * 6 Tage = ca. 90 bis 100 Stunden). Die Hörgeräte sind relativ schnell einsatzbereit, weil das Programm und die Daten ja schon beim Akustiker vorhanden sind und diese einfach auf das neue Gerät überspielt werden.

Beim Oticon Siya konnten auch wieder vier Programme aktiviert werden. Bei einem Programmwechsel muss man nur etwa 2 Sekunden auf die Wippe drücken: es erklingen beispielsweise 3 Töne. So wurde von Programm 2 auf 3 umgestellt. Nach diesem Programmwechsel wird das andere Hörgerät automatisch ebenso auf dieses Programm umgestellt. Man darf nur etwa zwei Sekunden drücken, weil sonst das Hörgerät ausgeschaltet wird. Das ist praktisch, weil man so, beispielsweise im Flugzeug, das Hörgerät nicht aus dem Ohr entfernen muss. Abends werden die Batterieklappen normalerweise geöffnet. Das Hörgerät ist nun ausgeschaltet.

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Der Hersteller

Das Oticon Siya arbeitet auf Basis eines leistungsstarken Chips, der Klänge 50-mal schneller als die frühere Generation von Hörgeräten verarbeitet. Klänge werden in hervorragender Qualität mit hoher Auflösung übertragen, sodass Sie jeden Augenblicks detailreich erfassen können.

Was gibt es darüber hinaus? Oticon Siya macht das Verstehen leichter. Lärm wird wirksam reduziert und dieses passiert sogar so schnell, dass er sogar zwischen einzelnen Wörtern abgesenkt wird. Mit Oticon Siya können Sie Gesprächen in lauter Umgebung, wie bei einem Abendessen mit der Familie, viel leichter folgen.

Horst Warnke 250Dipl.-Ing. Horst Warnke, Leiter Audiologie der Firma Oticon:

Das neue Oticon Siya gibt es erst seit 2018. Die Kunden bekommen daher ein Hörgerät, dass auf dem neusten Stand der Technik ist. Vor allem die Bedienung mit einem Smartphone, eröffnet neue Möglichkeiten - quasi die Freisprechanlage im Auto direkt im Ohr.

Im Test

IMG 0814 Siya App h 250Das neue Hörgerät Oticon Siya lässt sich angenehm tragen. Beim Get hatte ich eine kleine Druckstelle. Dieses hätte man sicherlich auch noch nacharbeiten können. Oticon Siya ist nahezu unsichtbar (siehe Foto) und die Klangqualität ist deutlich besser. Die Hörgeräte sind im Vergleich zu meinem alten Gerät Oticon Agil hörbar heller eingestellt.

Geht die Batterielaufzeit dem Ende zu, wird dieses mit einem Ton gekennzeichnet. 10 Minuten später wird dieser Ton wiederholt. Jetzt sollte man einen Batteriewechsel durchführen, weil dieser Ton, welcher alle 10 Minuten erklingt, dann irgendwann doch nervt.

Klangerlebnis

Wie schon im zweiten Teil beim Oticon Get erwähnt, nehme ich verschiedene Geräusche anders wahr. Manches stört mich erst, weil es ungewohnt ist, diese wieder zu hören - meine Computermaus hat beispielsweise ein sehr helles Klicken... Aber daran gewöhnt man sich und dieses Erlebnis zeigt deutlich, dass mein altes, sicherlich einst sehr hochwertiges Hörgerät, noch nicht diese Leistungsfähigkeit hat. Auch die Motorengeräusche werden deutlich anders wahrgenommen. Beim Porsche Cayman GT4 konnte ich (beispielsweise mit Tempomat bei Tempo 100) deutlich hören, wann das Auto beschleunig (leicht Gas gibt) oder das Gas wegnimmt und nur noch rollt.

Auch Musik hören via Smartphone, quasi als EarPods, funktioniert perfekt. Aber hier muss ich feststellen, dass bislang kein Programm so eingestellt ist, dass es wirklich ein Musikgenuss ist. Wieder etwas gelernt. Ich brauche ein Musikprogramm, das deutlich dumpfer eingestellt ist. Das werden wir im nächsten Test beim „Opn S“ berücksichtigen.

Mariele Lonnemann 214Mariele Lonnemann, Augenoptikmeisterin, Akustikerin:

Gerade beim Opn S habe ich, als Akustikerin, unheimlich viele Möglichkeiten, ein Feintuning zu machen. Wir freuen uns immer, wenn ein Kunde da sehr kritisch ist und mit uns zusammen an der Abstimmung feilt. Denn letztlich soll unser Kunde voll und ganz begeistert von dem neuen Hörgerät sein.

Steuerung via App

IMG 0813 App Lautstaerke h 250Es ist schon sehr cool, die Möglichkeit zu haben, die Programme via App anzusteuern. Die App „Oticon On“ kann man kostenlos im App Store laden. Verbunden wird das Hörgerät mit dem Smartphone via Bluetooth. Eine nette „Spielerei“: man kann die Hörgeräte sogar „finden“, falls man diese „verlegt“ hat… Darüber hinaus kann die App das Hörgerät-Programm wechseln oder jedes einzelne Hörgerät seperat steuern; beispielsweise kann man die Laustärke ändern. Etwas seltsam ist: rechts und links wurden vertauscht. Das kann man mit Sicherheit noch ändern.

Wie hoch Kapazität der Batterie ist, kann man auch via App abfragen. Über „Einstellung“, kann man auch eine Benachrichtigung über den Batteriestatus ein- oder ausstellen.

Wie erwähnt, muss ich auf jeden Fall beim nächsten Hörgerät ein Musikprogramm konfigurieren lassen, weil (egal, welches Programm ich anwähle) die Musik zu hell ist. Interessant ist auf jeden Fall, dass man erkennt, wenn man Musik einspielt (per iPhone App Musik, YouTube oder Radio App), wie die unterschiedlichen Abstimmungen der Höhen sind.

Auch sehr cool: mein Telefon liegt oftmals im Wohnzimmer, ist auf „stumm“ geschaltet - und ich bin im Arbeitszimmer. Das Telefon schellt und ich höre es im Hörgerät.

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Fazit

oticon hoerverstehen 250Das Oticon Siya ist schon ein sehr, sehr gutes Hörgerät. Es kostet pro Ohr etwa 500 bis 750 Euro, eigentlich etwa 1.250 Euro, aber die zirka 750 Euro werden von der Krankenkasse (s.a. DAK) übernommen. Man kann sich kaum vorstellen, dass es noch besser gehen kann. Das nächste Hörgerät im Test ist das Highend Gerät von Oticon: das „Opn S“, quasi die Mercedes-Benz S-Klasse in Sachen Hörgeräte.

Der Hersteller: „Oticon Opn™ bietet Zugang zu einer 360 Grad-Klanglandschaft. Sie reduzieren Lärm äußerst wirkungsvoll, sodass Sie optimierten Klang an Ihre Gehörgänge senden können, so der Hersteller.

Brauche ich jetzt eigentlich gar keine Programme mehr? Der Teil 4 (Gutes Hören - Oticon Opn S (4)) wird die Antworten geben.

Weiter Informationen im nächsten Teil sowie unter oticon.de.

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Fotos © 2019 Oticon, Redaktionsbüro Kebschull, Firma Lonnemann (1)

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