IMG 7863 Go Electric 150Endlich konnten wir Journalisten den neuen Mach-E in Hamburg bewundern. Leider nicht durften wir ihn nicht selbst fahren -aber mitfahren ist auch nicht schlecht. Der erste „richtig“ Elektrische ist der Ford Mustang Mach-E. Und Ford legt auch noch nach. Der Mach-E GT kommt 2021. Und wie macht sich der Mach-E?

 

Der Mach-E ist kein „echter“ Mustang

IMG 7922 Mach E h 250…sagt die Verbrenner-Fan-Gemeinde. Schon der 2,3-l EcoBoost hat heftige Kritik ausgelöst: „in einen Mustang gehört ein 8 Zylinder“, so die Kritiker und Ford hat das Flehen der Fan-Gemeinde erhört und dem 8-Zylinder noch 50 Extra PS spendiert. Da war die Welt wieder in Ordnung. Und wer in Gottes Namen den 2,3-l EcoBoost fahren will, nur zu. Ich fand, der 2,3 Liter hat exzellent in das Cabrio gepasst, aber den gibt es jetzt „nur“ noch im GT. Seltsam.

… und jetzt noch elektrisch

Ein elektrischer Mustang passt natürlich überhaupt nicht ins Weltbild der Mustang-Gemeinde. Aber was soll es? Die CO2-Vorgaben gelten auch für Ford und es drohen erhebliche Strafzahlungen. Einen Mustang V8 mit 450 PS kann man eben nicht wie einen Ford Puma Hybrid mit 5,9 l/100 km bewegen. Daher kommen jetzt unter anderem der Ford Explorer und Kuga auch als Plug-In-Hybrid. Der erste „richtig“ Elektrische ist der Ford Mustang Mach-E.

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Und wie ist er?

IMG 7915 Navi h 250Einfach genial. Sieht gut aus, ist aber kein „wirklicher Mustang“. Vielleicht so ein wenig die Motorhaube -- die den Namen ja jetzt gar nicht mehr verdient hat… Das Heck ist natürlich typisch SUV; man will beim Kunden ja auch mit einem alltagstauglichen Fahrzeug punkten.

Bei so einem „Kurzfahrtag“, der ja auch nur ein „Mitfahrtag“ ist, muss man sich natürlich beeilen. Nach der Pressekonferenz habe ich ins Auto geschaut. Hier ist nichts wie beim „Tesla“ in Sachen Verarbeitungsqualität; das übergroße Display erinnert vielleicht an das fahrende Smartphone. Aber ansonsten typisch Ford, im positiven Sinne: solide, sogar eine Spur Eleganz. Tricky, die Türgriffe fehlen. Knopf drücken und „Sesam, öffne Dich“. Über einen Code und per App kann man vermutlich demnächst auch das Auto öffnen (nicht getestet).

Mustang Mach-E GT

Natürlich ist der Star auf dieser Road Show der Mustang-Mach-E. Aber so ein bisschen wurde ihm die Show gestohlen, denn das i-Tüpfchen war die Enthüllung des neuen Mustang Mach-E GT. Wenn man den Mach-E noch nicht so richtig kennt, fällt es natürlich schwer, die Unterscheide zum GT zu finden. Am Einfachsten ist es, auf das Heck zu schauen: das steht in großen Lettern „GT“.

Wie bei seinen Verbrenner-Brüdern, stecken die Highlights im „Verborgenen“: die erste Kennzahl ist „3,7 Sekunden“ (von 0 auf 100 km/h). Damit „deklassiert“ der Mach-E GT den Ford Focus RS (350 PS, auf 100 km/h in 5,2 Sekunden, gem. Auto Motor und Sport).
Wie sieht es im Vergleich zum stärksten Mustang Verbrenner aus: dem Shelby GT500, der nicht 500 sondern sogar 700 PS für den Vortrieb in Szene setzt? Der ist in nur einem Wimpernschlag, nämlich in 3,5 Sekunden, durch die Schallmauer. Erst bei 290 km/h ist Schluss. Da spielt der Mustang Mach-E GT nicht mit. Bei 200 km/h ist - wie bei seinen anderen eBründern - Schluss. Was Sinn macht. Der Porsche Taycan Turbo macht da allerdings eine Ausnahme: wir haben 270 km/h in unser Tester-Tagebuch eintragen können.

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Fakten

Die Eckdaten: 342 kW (465 PS), von 0 auf 100 km/h in 3,7 Sekunden, 830 Nm Drehmoment. Reichweite ca. 600 Kilometer. Vmax vermutlich auf 200 km/h abgeregelt. Ladeleistung DC 150 kW, natürlich Allrad. Der Preis ist noch unbekannt; aber sicher etwa 5.000 bis 8.000 Euro über der HighEnd Version des Mach-E mit Allrad und großer Batterie. Im Vergleich zum Audi e-tron und Porsche Taycan (auch 4S) immer noch ein Schnäppchen.

Fazit

IMG 7565 Puma h 250Ford hat wieder einmal alles richtig gemacht. Der Mustang Mach-E GT ist ein Elektroauto, dass alle (viele) haben wollen. Das war schon bei den Verbrenner-Brüdern so. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, haben sich drei von vier Kunden für den GT entschieden.

Einziger minimaler Kritikpunkt ist (meiner Meinung nach) die AC-Ladeleistung von nur 11 kW. Viele Hersteller und auch einige „Experten“ meinen, das würde reichen. Und es reicht in vielen Fällen, vor allem wenn man unterwegs die 150 kW-Lader aufsucht. Aber drei Stunden an einem 22 kW-Lader bringt Reichweite. Die gleiche Zeit an einem 11 KW natürlich nur die Hälfte. Dann kann es passieren, dass die ein-Stopp-Strategie auf der Rückfahrt nicht reicht (s.a. Fahrbericht in Arbeit Hyundai IONIQ 2019) und das nervt - sogar uns, als eAuto-Fans.

Natürlich lauern wir auf eine Einladung zum Fahrtag. Dann kann man schon ein genaueres Fazit ziehen. Alle Klarheit schafft dann der Fahrbericht. Und wir versprechen: der Mach-E muss auf den Long-Long-Run.

Natürlich warten wir auf den eFiesta oder Fiesta Mach-E. Denn das „untere Feld“ der eAutos sollte man nicht nur Volkswagen (e-up) oder Peugeot (e-208) überlassen.

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